Spirituelles Wandern

30 Mai 2018 21:39 #1 von Rudi
Rudi antwortete auf Spirituelles Wandern
Hallo Tommax,
ich habe noch etwas gewartet,weil ich auf weitere Antworten hoffte. Ich muss aber wohl damit leben, dass ich von niemandem gespiegelt werde.

Ich begann meinen Weg ganz bewusst mit einer Messe in der Jakobuskirche in Görlitz. In keiner Herberge wurde ich nur als Wanderer aufgenommen. Diese Erfahrung machte ich auch, als ich von Vacha zunächst auf ungekennzeichneten Wegen nach Schwalmstadt und dann auf dem ausgewiesenen Jakobsweg bis Köln ging. Dort umrundete ich zwei Tage vor Weihnachten den Schrein der Heiligen Drei Könige. Mittlerweile habe ich mich für den weiteren Weg unter den Schutz meines Heimatbistums gestellt und darf jetzt mit einem Pilgerbrief des Generalvikars von Limburg um Hilfe bitten. 

Lieber Tommax Pilgern ist nicht einfach nur Wandern. Seit langer, langer Zeit machen sich Menschen um ihres Seelenheils willen auf den Weg. Viele kamen auch am gesteckten Ziel an. Und was wir heute nicht mehr machen  - wir laufen nicht auch noch den Weg zurück. 

Im Gedenken an diese unsere "Vorläufer" sollten wir nicht zu inflationär den Begriff Pilgern verwenden.

Auf all deinen Wegen begleitet dich mein Wunsch um Gottes Segen. 

Rudi 

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24 Apr 2018 11:33 - 24 Apr 2018 11:34 #2 von Tommax
Tommax antwortete auf Spirituelles Wandern
Hallo Rudi,
wenn PilgerInn bedenkt wie früher der/die PilgerInnen unterwegs waren ist die Diskussion um Kilometer, Schuhe und Rucksackgewicht beschämend. Aber in unserer heutigen Zeit gehört es halt dazu.
Ich für meines habe zwischen pilgern und wandern kein Unterschied festgestellt. Meine Gedanken lass ich unterwegs frei, sodass ich ab und an mal zurück blicken muss um festzustellen über welche Brücke ich da gerade lief oder geh sogar wieder ein Stück zurück um dieses Stück Weg bewusst zu erleben. Ja, tatsächlich.
Ich fülle mich als Teil der Natur, höre bewusst keine Musik sondern höre der Natur zu. Ich denke dabei auch an verstorbene Familienmitglieder, an Szenen die ich mit Ihnen erlebte aber auch natürlich an noch lebende Personen und Szenen mit ihnen.
All dies passiert auf einem Pilgerweg genau so intensiv wie auf einem Wanderweg. Der einzige Unterschied der mir gerade Einfällt ist, das ich auf Pilgerwegen Kirchen besuche da mich der Weg ja dort vorbei führt. Auf Wanderwegen ist dies eher selten der Fall.
Ich bin also, so denke ich, sowohl spirituell unterwegs als auch neugierig unterwegs. Fernglas und Fotoapparat immer dabei.

Ansonsten finde ich in der Definition von „Pilger“ laut Wikipedia („sich in der Fremde bewegen“ ) oder laut Duden („eine Wallfahrt machen“ oder „sich an einem bestimmten Ort begeben“) keinen spirituellen Ansatz. Ok, vielleicht bei der Wallfahrt, aber Zitat Wiki: „Bei einer Wallfahrt steht nicht der Weg, sondern das Ziel im Vordergrund“ oder Duden, Zitat: „Wanderung zu einem Wallfahrtsort“.

Allzeit schöner Weg
Tom

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18 Mär 2018 10:34 #3 von Rudi
Spirituelles Wandern wurde erstellt von Rudi
Liebe Pilger auf dem ÖP

genau eine Woche vor Karfreitag 2017 bin ich in Vacha angekommen. Vieles ist immer noch präsent. Um den gesamten Weg wieder in Erinnerung zu rufen, bin ich gestern noch mal auf diese Seite gegangen und habe mich im Forum angemeldet.

Fast alle Beiträge konnte ich nachvollziehen. Alle Fragen und Befürchtungen sind mir noch bekannt. Aber geht es denn nur um gelaufene Kilometer, Schuhe, Rucksackgewicht oder Herbergen?

Pilgern ist für mich nur mit einem geistlichen Bezug verschieden vom Wandern. Das ist dann, wenn man mit dem Weg auch die Seele voran bringt. Vielleicht habt ihr ähnliche Erfahrungen.

Für mich jedenfalls ist Pilgern "Ich bin dann mal da". - bei dir, oh Gott, in deiner Schöpfung, bei denen, die du mir zur Seite gestellt hast und bei dem, der immer mit geht. Dem die Schulter und die Beine bei jedem Schritt schmerzen. Der immer zu viel will und immer zu wenig schafft.

Mal weg wäre ich auch am Ballermann beim Alkoholmissbrauch. Nicht Weglaufen, sondern Hinwenden und Losgehen ist für mich Pilgern.

Ich hoffe auf eure Antworten und wünsche gesegnete Kar- und Ostertage.

Gottes guter Segen sei mit euch auf allen Wegen - gewandert oder gelebt.

Rudi

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